Die «Schiller-Mappe» und ihre Fortsetzung

Aufgabenstellungen von Rudolf Steiner
für wissenschaftliche Forschungen

Zur Geschichte einer unvollständigen Hinweise-Sammlung

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[Archivalie – März 2015]
↩︎   Die sog. «Schiller-Mappe» (Bl. 1 der Original-Version)

dt. kommentierte Edition:
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Aufgabenstellungen von Rudolf Steiner
für wissenschaftliche Forschungen
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Inhalt

• Anregungen und Aufgabenstellungen von Rudolf Steiner
für naturwissenschaftliche Forschungen (sog. Schiller-Mappe)
• Notizen vom 2. Juli 1984
• Erläuterungen und Dokumente zu den einzelnen Angaben Rudolf Steiners
• Weitere Aufgabenstellungen Rudolf Steiners für Naturwissenschaftler 

Beiträge zur Rudolf Steiner Gesamtausgabe
Heft 122, Rudolf Steiner Verlag 2000
ISBN 978-3-7274-8122-2
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engl. Edition (Übersetzung):
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The Schiller File –
Supplements to the Collected Works of Rudolf Steiner

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Concerning: Electricity, Terrestrial Magnetism, Radio Conduction of Heat, Sensitive Flames, Etheric Formative Forces, The Four Ethers, Resonant Oscillation, Refinement of Peat Fibers, etc.

Includes an extensive index. The Schiller File is a translation of Beiträge zur Rudolf Steiner Gesamtausgabe Veröffentlichungen aus dem Archiv der Rudolf Steiner-Nachlassverwaltung, Dornach, Switzerland.

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196 pp., Paperback, Steiner Books 2010
ISBN 978-0-88010-720-4

↩︎   «Schiller-Mappe», Bl. 2a, Aufzeichnung Nr. 1

Ursprüngliche Typoskript-Fassung der sog. «Schiller-Mappe», 45 S. [PDF MfG]

 
[Gerade die kommentierte Ausgabe dieser Sammlung erweist, welche zunächst durch Paul Eugen Schiller gesammelten Angaben so nicht vollumfänglich stimmen können – ein Grund mehr, erstere käuflich zu erwerben]

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Beiträge Nr. 122:
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Kap. «Weitere Aufgabenstellungen Rudolf Steiners für Naturwissenschaftler», S. 103–112 [PDF MfG]

 
[Fortsetzung folgt]

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Weitere Quellen

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• Bestand im Archiv am Goetheanum [Nachlass-Signatur]

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B.04 Naturwissenschaftliche Sektion
B.04.001 Korrespondenz

B.04.001.011 ohne Datum

Paul Eugen Schiller
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I. Handschriftliche Ausarbeitung
II. Naturwissensch. Angaben und Problemlösungen von Rudolf Steiner

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u.a.m.


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Gespräch Dr. [Rudolf] Steiners mit Dr. [Oskar] Schmiedel, 16. II. 1920.

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Physische Materie (saugende Wirkung) – negative Materie.

Auf der Sonne positive Materie – fortwährende Auflösungsprozesse – Übergang ins Geistige – Protuberanzen sind nicht vulkanartige Eruptionen, sondern gewissermassen Überbleibsel (Verdichtungen) von Auflösungsprozessen. – Die Wissenschaftler würden sich wundern, wenn sie auf die Sonne kämen. Diese ist ganz anders, als sie es sich vorstellen. (…) Es wäre zu versuchen, physische Elemente immer stärker und stärker zu erhitzen, bis von selbst [eine] Umwandlung der Na-Linie z.B. in die umgekehrte eintritt; dann hätte man die Frauenhoferschen Linien hergestellt.

Atome – was man so nennen kann – sind Kreuzungspunkte von Kraftlinien.

Dornach, 28.2.1940

Lieber Herr Dr. [Maurice] Martin

(…) Die Versuche mit der empfindlichen Flamme konnten aus mancherlei Gründen nicht weitergeführt werden. Als letztes habe ich einen Bericht in der „Akustischen Zeitschrift“ veröffentlicht, von dem ich einen Sonderdruck [•] beilege. Da ich keine weiteren Sonderdrucke habe, bitte ich dringend um baldmöglichste Rücksendung.

Zu … [?] Bemerkung auf Blatt 4c betreffend Bewegung eines Hebelarmes einer Maschine habe ich keinen Zugang. Ich sehe die Aufgabe in der Entdeckung eines spezifischen formenden Impulses im Schallraum. Die Flammenbilder sind für mich vorläufig erst „Wegweiser“, noch nicht aber der unmittelbare Ausdruck eines solchen. Vor allem aus Finanzmangel, aber auch durch das Fehlen von Mitarbeitern konnte die, einem solchen Formimpuls gemässe Ausgestaltung eines auf das Individuum zugeschnittene Mikrophones nicht durchgeführt werden.

In Bezug auf [Ehrenfried] Pfeiffers Formulierung der Aussage R. Steiners betreffend Erdmagnetismus hege ich Zweifel. Sicher ist, dass R. Steiner Untersuchungen der Erdströme angeregt hat. Ich fasse diese Anregung mehr als eine allgemeine auf. Auch auf diesem Gebiet sollten kosmische Einflüsse festgestellt und so der Erdorganismus als ein lebendiger aufgezeigt werden. Wobei ich nicht ausschliesse, dass das irdische Magnetfeld nicht eines Tages als Übertragungsmedium (innerhalb der Erde) benutzt werden könnte.

Bezüglich der doppelten Luftdruckwelle habe ich keine Untersuchungen durchgeführt.

Die farbigen Schatten sind in unseren Kreisen ein heikles Problem, entstanden durch R. Steiners Bemerkungen im I. Naturwiss. Vortrag [vom] 30.12.1919. Er hat diese später selbst als korrekturbedürftig bezeichnet, was aber manche Freunde nicht hindert, dennoch deren Objektivität beweisen zu wollen.

Meiner Auffassung nach muss man den Unterschied nicht übersehen, welcher besteht, wenn das Begriffspaar „objektiv – subjektiv“ im Bereiche der physischen Welt oder wenn [man] es im Bereiche der ätherischen Welt anwenden will (siehe hierzu [den] Vortrag [vom] 30.11.1919). Die Bemerkung in [im Vortrag vom] 30.12.1919 ist nur auf dieser Grundlage zu verstehen.

Ich habe damals eine experimentelle Arbeit angestellt und einiges daraus in 3 Aufsätzen in der Wochenschrift „Das Goetheanum“ 1937, No. 30, 32, 37, veröffentlicht (Sonderdrucke fehlen mir) [•]. (…)

gez. Paul Eugen Schiller

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Solche Aufgabenstellungen (Hinweise und Anregungen) sind z.T. auch an anderer Stelle gesammelt worden. Die ursprüngliche Idee dieser «kritischen Ausgabe» war, heutige Forscher/innen bei ihren eigenen Unterfangen zu unterstützen bzw. grundlegendere Bemühungen anzuregen. Zu einem eigentlichen, expliziten Ideenaustausch über die Motive der «Schiller-Mappe» ist es seit Erscheinen noch nicht wirklich gekommen. Und nur wenige darin thematisierte Forschungsstränge sind wieder aufgegriffen oder fortgesetzt worden – wie etwa der sog. Torffaser-Impuls (vgl. die Erfolge der Firma Wandil). Dies hat natürlich mehrere Gründe.
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Zumal bei sehr beschränkten, gar die letzten Jahre immer weiter reduzierten Forschungskapazitäten (Ressourcen, personeller und finanzieller Art) ist ein Zusammenkommen und -wirken aller Interessierten umso wichtiger geworden. Fortschritte etwa in der Industrie beruhen bekanntlich auf Teamarbeit, Vernetzung, intensives Interesse auch an anderen, ggf. zunächst fremden Ansätzen.
Für Innovationen bedarf es nicht immer ganz neuer Ideen, manchmal reicht es, bestehende aufzugreifen und konsequent zu Ende zu führen. Oder das richtige Verfahren zu entwickeln wissen. Oder – viel anfänglicher – die zugrunde liegende, zunächst uneindeutige, schwer fassbare Begrifflichkeit wirklichkeitsgemäss zu ergründen (Elektrizität, Magnetismus, Schwerkraft, «Äther» u.a.m.).
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Ein nicht minder praktischer Beitrag in Folge oben besagter Publikation kann in Form von fortgesetzten Recherchen bestehen, der Erschliessung weiterer schriftlichen Quellen (u.a. zum Stichwort «Ätherforschung»). Denn noch gibt es etliche Archivbestände oder ganze Nachlässe, die erst noch darauf warten, ordentlich aufgearbeitet, daraufhin systematisch ausgewertet zu werden. Bei letzteren ist in erster Linie an die Pionieren/innen Lilly Kolisko, Ehrenfried Pfeiffer et al. zu denken, die auch ausseranthroposophisch weiterhin sehr gefragt und geschätzt sind, obschon deren Werk noch kaum angemessen, umfassend dargestellt, gar publiziert worden ist.
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Ein entsprechender «Kommunikationspool» (Plattform) könnte bisherige Einzelleistungen, wieder versandete Bemühungen, unvollständige Experimentalanordnungen wieder ins Gespräch bringen … so die Hoffnung.